:: Liquid Leadership

Management oder Führung werden häufig hierarchisch verstanden und praktiziert. Diese Struktur wurde vor allem von der katholischen Kirche und dem Feudalismus geprägt. Kurz gesagt: An der Spitze dieser Strukturen ist eine zentrale Machtinstanz institutionalisiert. Diese gibt Anweisungen und Vorgaben an die angeschlossenen Ebenen der hierarchischen Organisation weiter. In der Kirche ist es der Papst, der seine Kardinäle steuert. Diese wiederum weisen die Bischöfe an, die wiederum die Vorgesetzten der Priester sind. In Wirtschaftsunternehmen wird diese Kaskade vom CEO ausgehend gebildet. Sie erstreckt sich über die übrigen CxOs, über die Bereichs- und Abteilungsleiter bis zum Teamleiter.

Am Ende der Kette steht das eigentliche Objekt der Steuerungslogik: der Mitarbeiter. Manager oder Führungskräfte, wir nutzen die Begriffe synonym, sollen die Befehlskette zwischen CxO-Ebene und Mitarbeiter sicherstellen. Anweisungen sind zu übernehmen und an die Mitarbeiter weiterzugeben. Operative Details müssen ergänzt und die Umsetzungsqualität und -effizienz beaufsichtigt werden. 

Dieses Managementmodell hat über Jahrhunderte hinweg ausgesprochen wirksam und zuverlässig funktioniert. Die Veränderungsdynamik der digitalisierten Wirtschaftswelt hat dieses Modell an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit gebracht.  

Liquid Leadership


:: Limitierungen überwinden

Um die Limitierungen hierarchischer Managementstrukturen zu überwinden, sind ein grundsätzlich neues Führungs- und Selbstverständnis von Managern erforderlich. Dabei geht es nicht mehr darum, dass der/die Manager/in als besser bezahlte Intelligenz mit Entscheidungsautorität die Arbeitsweise und Inhalte der Mitarbeiter bestimmt, vorgibt und kontrolliert. Organisationen, die die Vorteile selbstorgansierter Strukturen und Kollaborationsformen immer stärker nutzen, benötigen ein kompatibles Managementmodell. Es muss die Kollaboration von Mitarbeitern in Teams und von multiplen Teams interdisziplinär unterstützen. Eine Steuerung ist nicht erforderlich.

:: Liquid Lead - die Inspiration

Dabei geht es im Kern darum, dass ein Manger der selbstorganisierten Zusammenarbeit des Teams eine reibungsarme Kollaborationsstruktur zur Verfügung stellt. Er soll die notwendigen organisatorischen Aufgaben identifizieren und im Dialog mit seinen Teammitgliedern entwickeln und umsetzen. 

Nicht der Manager muss alles vordenken, wissen und entscheiden. Sondern er ermöglicht das gemeinsame Durchdenken, Planen, Umsetzen und Reflektieren. Dazu nutzt er beispielsweise folgende Leitfragen:

1.) Ist der Sinn unserer Arbeit noch gegeben oder müssen wir ihn an die neue Situation anpassen? Welche Vereinbarungen müssen wir untereinander treffen, damit wir weiterhin handlungsfähig sind oder es wieder werden?

2.) Welche Fähigkeiten und Kenntnisse müssen wir aufbauen oder anpassen, um der neuen Situation zu entsprechen? Wie sehen unsere Strategie und unsere taktischen Maßnahmen zur weiteren Vorgehensweise aus?

3.) Welche Rahmenbedingungen benötigen wir, um dem definierten Sinn unseres Handelns gerecht zu werden, unsere Fähigkeiten zu entwickeln und die Strategie umzusetzen?

4.) Welche Kommunikationsinhalte und -wege müssen wir nutzen oder etablieren, um nach innen und mit unserer Umwelt im Austausch zu bleiben? In welcher Form koordinieren wir unser Vorgehen?

5.) Mit welchen Kennzahlen können wir den Fortschritt unserer Vorgehensweise messen und nötige Anpassungsbedarfe unserer Überlegungen erkennen?

:: Möglichkeiten schaffen und Organisation organisieren

Die Fragen und die Schwerpunkte der organisatorischen Vorgehensweise orientieren sich dabei am LaCoCa-Modell. Sie ermöglichen, dass die Mitglieder im Team die identifizierten und gemeinsam festgelegten Managementaufgaben aktiv übernehmen und selbständig umsetzen. So wird der Manager nicht zum Flaschenhals oder limitierenden Faktor: Die Qualität der umgesetzten Managementaufgaben hängt nicht mehr von seinen individuellen Fähigkeiten ab. Management wird zu einer Fähigkeit des Teams selbst. 

So entstehen neue Möglichkeiten für das gesamte Team. Kenntnisse und Talente, das Know-how der interdisziplinär vernetzten Organisation aller Teams kann dann aktiviert und genutzt werden. Die Rolle des Mangers ist nicht starr auf eine Person fixiert. Im Fokus steht jeweils das fachlich oder kapazitativ geeignetste Teammitglied. Die Verteilung und Umsetzung wechseln in einen fluiden Zustand. Aus dieser Flexibilität entsteht die Selbstorganisation des Teams. 

In diesem völlig neuen Selbstverständnis kann sich der Manager von der Führungskraft zur Orientierungskraft entwickeln. Er schafft so seinen produktiven und sinnstiftenden Beitrag zum Teamerfolg.

:: Weitere Fragen?

Wenn Sie weitergehende Fragen zu den Vorgehensmodellen, Werkzeugen und Konzepten von Liquid Leadership haben, unterstützen wir Sie gerne. Senden Sie uns einfach eine Nachricht über das Kontaktformular

Wir kommen so schnell wie möglich auf Sie zu.

©Andreas Slogar 2009 - 2020 - laCoCa™, Anatomy of agile Organisations™ sind eingetragene Wortmarken, 2009 - 2020 - Impressum & Haftungsausschluss - Datenschutzerklaerung - CC BY-NC-ND 4.0